Diese Frage taucht immer häufiger auf, besonders in sozialen Medien, Foren und Kommentarspalten. Während manche beim ersten Hören die Augen verdrehen, entdecken andere darin ein kreatives, sportliches oder sogar empowerndes Hobby. Doch was steckt wirklich dahinter? Und ist Ponyplay tatsächlich peinlich – oder vielleicht einfach nur missverstanden?
Was ist Ponyplay überhaupt?
Ponyplay ist eine Form des sogenannten Petplay – also eines Rollenspiels, bei dem Menschen in die Rolle eines Tieres schlüpfen. In diesem Fall: ein Pony oder Pferd. Dabei kann der Fokus ganz unterschiedlich sein:
- Sportlich: Parcours laufen, kleine Hindernisse überwinden, Dressur-ähnliche Bewegungen
- Künstlerisch: Kostüme, Mähnen, Schweife und liebevoll gestaltetes Zubehör
- Rollenspiel-basiert: Interaktion zwischen „Pony“ und „Trainer“ (Betreuer)
- Community-orientiert: Treffen, Events, Workshops
Wichtig: Ponyplay ist nicht automatisch sexualisiert. Für viele ist es ein kreatives Hobby, ein Sport oder eine Ausdrucksform – ähnlich wie Cosplay oder Reenactment.
Warum Ponyplay mehr ist als ein „Internet-Trend“
Gerade durch Plattformen wie TikTok oder Instagram ist Ponyplay sichtbarer geworden. Kurze Clips von Parcours, Trainingsmomenten oder aufwendig gestalteten Outfits wirken auf Außenstehende manchmal ungewohnt – doch Viralität bedeutet nicht automatisch Oberflächlichkeit.
Viele Menschen berichten von positiven Effekten:
1. Körperliche Aktivität
Ponyplay kann sportlich anspruchsvoll sein. Auf allen Vieren laufen, Hindernisse überwinden oder an der Körperspannung arbeiten fordert Muskeln, Koordination und Ausdauer.
2. Kreativer Ausdruck
Outfits, Zaumzeug, Schweife, individuelle „Charaktere“ – Ponyplay bietet enorme kreative Freiheit. Wer gerne bastelt, näht oder sich inszeniert, findet hier eine Bühne.
3. Selbstbewusstsein & Identität
In eine Rolle zu schlüpfen kann befreiend wirken. Manche erleben Ponyplay als Raum, in dem sie sich ausprobieren, Hemmungen abbauen oder Selbstvertrauen aufbauen können.
4. Community-Gefühl
Wie bei vielen Subkulturen entsteht ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Akzeptanz und gegenseitiger Respekt stehen im Vordergrund.
Ein Blick auf verwandte Trends
Ponyplay ist nicht das einzige Hobby, das Tierrollen aufgreift.
Hobby-Horsing
Beim Hobby-Horsing – besonders populär in Ländern wie Finnland – „reiten“ Teilnehmende mit Steckenpferden und absolvieren Turniere mit erstaunlichem sportlichem Ehrgeiz. Was für Außenstehende zunächst albern wirkt, ist für viele ein ernstzunehmender Sport mit Wettbewerben, Techniktraining und Meisterschaften.
Hobby-Dogging
Ähnlich wie beim Hobby-Horsing dreht sich beim Hobby-Dogging alles um Hundetraining – jedoch ganz ohne Hund. Auch in diesem Bereich sind die Kurse oft ausgebucht, und dieser noch relativ neue Trend erfreut sich in Deutschland einer wachsenden Beliebtheit.
Petplay
Auch Hundedarstellungen („Puppy Play“), Katzen- oder andere Tierrollen fallen unter den Oberbegriff Petplay. Hier stehen oft Spielfreude, Rollenidentität und Interaktion im Mittelpunkt.
Im Vergleich dazu wirkt Ponyplay sogar oft strukturierter und ästhetischer – besonders wenn sportliche Elemente oder aufwendige Kostüme integriert sind.
Manche Leute werden sogar intim mit ihren eigenen Haustieren - was ist jetzt wirklich cringe?
Auch das Nacktreiten ist ein beliebter Trend geworden.
Warum wirkt es auf manche „cringe“?
„Cringe“ entsteht häufig durch drei Dinge:
-
Ungewohntes Verhalten außerhalb sozialer Normen
-
Fehlendes Hintergrundwissen
-
Schnelle, kontextlose Social-Media-Clips
Was man nicht versteht, wirkt schnell peinlich. Doch dieses Muster kennt man auch von anderen Trends: Cosplay, Anime-Fandoms oder Gaming wurden früher ebenfalls belächelt – heute sind sie gesellschaftlich akzeptiert.
Die Vorteile von Ponyplay auf einen Blick
- Fördert Bewegung und Körpergefühl
- Stärkt Kreativität
- Bietet einen geschützten Raum zur Selbstentfaltung
- Schafft soziale Bindungen
- Kann Stress abbauen und spielerische Leichtigkeit zurückbringen
Gerade in einer Welt, die oft leistungsorientiert und ernst ist, kann das bewusste „Spiel“ eine Form von Ausgleich sein.
Fazit: Ist Ponyplay cringe?
Kurz gesagt: Nein – zumindest nicht mehr oder weniger als viele andere Hobbys, die von außen ungewöhnlich wirken.
Wenn man Trends wie Hobby-Horsing oder allgemeines Petplay betrachtet, wird deutlich: Menschen suchen kreative Ausdrucksformen, Gemeinschaft und Möglichkeiten, aus dem Alltag auszubrechen. Ponyplay erfüllt genau diese Bedürfnisse – oft sogar mit sportlichem Anspruch und ästhetischer Raffinesse.
„Cringe“ ist meist nur eine Reaktion auf das Unbekannte. Wer genauer hinsieht, erkennt: Ponyplay ist für viele eine leidenschaftliche, kreative und durchaus respektable Freizeitbeschäftigung – und damit weit weniger peinlich, als es auf den ersten Blick scheinen mag.